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Pflege beantragen – schnell & einfach Ihre Ansprüche geltend machen2018-05-25T15:23:27+00:00

Pflege beantragen können Sie dann, wenn Sie selbst oder Angehörige aufgrund körperlicher oder seelischer Einschränkungen bei der Bewältigung des Tagesablaufs Hilfe benötigen.

Dieser Anspruch ist im elften Buch des deutschen Sozialgesetzbuches (SGB XI) mit Wirkung vom 01. Januar 1995 begründet worden. Seither hat es verschiedene gesetzliche Ergänzungen und Anpassungen gegeben, die zu beachten sind, wenn Sie einen Pflegeantrag stellen möchten. Dazu zählen die folgenden Vorschriften:

  • Pflegeleistungs-Ergänzungsgesetz mit Wirkung vom 01. Januar 2002
  • Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz mit Wirkung vom 30. Oktober 2012
  • Pflegestärkungs-Gesetz I mit Wirkung vom 01. Januar 2015
  • Pflegestärkungs-Gesetz II mit Wirkung vom 01. Januar 2017
  • Insbesondere zum 01. Januar 2017 haben sich gravierende Änderungen für alle Pflegeanträge ergeben. Wenn Sie nach diesem Termin einen Antrag stellen, erfolgt die Bestimmung der Pflegebedürftigkeit innerhalb von fünf Pflegegraden anstelle der vorhergehenden drei Pflegestufen. Außerdem hat sich das Begutachtungsverfahren geändert.

    Leistungen erfolgen auf Antrag – so können Sie Pflege beantragen

    Grundsätzlich muss jeder, der Pflege bekommen möchte, einen Antrag stellen. Kann die hilfsbedürftige Person dies nicht mehr selbst, lässt sich eine andere Person, etwa ein bevollmächtigter Angehöriger oder ein Betreuer, damit beauftragen. Es ist wichtig, den Antrag rechtzeitig zu stellen, da Leistungen bei einem Erstantrag nicht rückwirkend gewährt werden. Wollen Sie Pflege erhalten, stellen Sie den Antrag bei der gesetzlichen Krankenversicherung oder, falls Sie freiwillig versichert sind, bei der Privatkrankenkasse. Ihren Antrag können Sie formlos mit einem Telefonat oder einfachen Brief aufgeben. Sicherer ist es jedoch, Sie fordern zunächst ein dafür vorgesehenes Formular beim Krankenversicherungsträger an. Entscheidend ist die Schriftform, per Telefonanruf können Sie zwar ein Formular anfordern, der schriftliche Antrag sollte aber bei der Krankenkasse eingehen, damit Sie den Zeitpunkt Ihres Antrages nachweisen können.

     
    Erfolgreich einen Pflegegrad beantragen
     

    Möglichst frühzeitig Pflege beantragen – die Fünf-Wochen-Frist für den Leistungsträger

    Der Versicherungsträger muss innerhalb von fünf Wochen nach Antragseingang schriftlich über Ihre Pflegebedürftigkeit entscheiden, wenn Sie einen Antrag stellen. Tut er das nicht und trägt er dafür die Verantwortung, hat die pflegebedürftige Person Anspruch auf einen pauschalen Wochenleistungssatz, der pro angefangene Woche gewährt wird. Diese Leistungsverpflichtung wurde für 2017 ausgesetzt, um die Umstellungsphase für die Versicherung zu erleichtern. Ab dem 01. Januar 2018 liegt der Satz bis zu einer Änderung bei 70 Euro pro angefangene Woche. Auch hierin ist ein Grund zu sehen, dass Sie möglichst zügig nach Eintreten der Pflegebedürftigkeit schriftlich die Leistungen beantragen sollten.

    Der Gutachtertermin – am Wohnort der pflegebedürftigen Person

    Wenn Sie Pflege beantragen, findet ein Gutachtertermin durch einen Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK), in der Regel im Lebensbereich der pflegebedürftigen Person, statt. Der Gutachter stellt nach Aktenlage und unter Berücksichtigung der tatsächlichen Verhältnisse fest, ob Sie hilfsbedürftig sind. Außerdem bestimmt er den Pflegegrad, der dem Pflegebedürftigen zuerkannt wird. Dies wird dem Antragsteller in einem Bescheid mitgeteilt, nachdem der Gutachter seine Prüfung durchgeführt hat. Diesem muss auch das Gutachten beigefügt sein, sodass Sie es einsehen können. Der Gutachter gibt gegebenenfalls weitere Hinweise, wie die Hilfestellung am besten gestaltet werden sollte und welche Maßnahmen er für geeignet hält.

    Sie stellen einen Erstantrag? – das bringt die Gesetzeslage ab dem 01.01.2017

    Anstelle der früheren drei Pflegestufen werden für alle, die ab 2017 Anträge stellen, fünf Pflegegrade unterschieden. Falls Sie ab 2017 Pflege beantragen, gilt diese Einteilung für Sie. Wenn Sie Ihren Pflegestufenantrag noch vorher gestellt haben oder bereits früher eingestuft wurden, profitieren Sie von einem Bestandsschutz, sodass Sie keinesfalls schlechter gestellt werden, als vor der neuen Regelung. Falls Sie in 2017 oder später den Antrag stellen, finden die neuen Regelungen Anwendung.

    Bei der Beurteilung Ihrer Pflegebedürftigkeit werden sechs Arten von Fähigkeiten überprüft:

    • Motorische Fähigkeiten mit 10%

    Wenn Sie Pflege beantragen wird festgestellt inwieweit die pflegebedürftige Person in der Lage ist, sich selbstständig fortzubewegen, zu sitzen oder zu liegen.

    • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten oder
    • Verhaltensweise und psychische Problemlagen mit 15%

    Diese beiden Kriterien werden gesondert überprüft. Berücksichtigt wird dann jeweils die Kategorie, bei der die stärkeren Einschränkungen vorliegen. Bei den kognitiven Fähigkeiten wird festgestellt, ob die pflegebedürftige Person sich in Raum und Zeit orientieren kann. Außerdem prüft der Gutachter die Gedächtnisfunktion und stellt fest, inwieweit die Person in der Lage ist, ihre Intelligenz und Willenskraft folgerichtig in Handlungen umzusetzen. Ebenso wird die Kommunikationsfähigkeit festgestellt. Die Prüfung der Verhaltensweisen und psychischen Problemlagen betrifft psychische Fehlfunktionen und besondere Auffälligkeiten im Verhalten, die vom Gutachter vermerkt werden, falls Sie Pflege beantragen.

    • Selbstversorgung 40%

    Hier wird geprüft, inwiefern die Versorgung und Organisation der körperlichen Grundbedürfnisse und Notwendigkeiten vom Betroffenen gewährleistet werden kann.

    • Bewältigung krankheitsbedingter Anforderungen 20%

    Wenn Sie Pflege beantragen, geht es bei diesem Kriterium darum, medizinische Erfordernisse, wie Medikamenteneinnahme, Arztbesuche und die Durchführung verordneter Therapiemaßnahmen, sicherzustellen.

    • Gestaltung des Alltagslebens 15%

    Zu diesem Kriterium wird festgestellt, ob die betroffene Person eine Alltagsstruktur einhalten und soziale Kontakte pflegen kann.

    Aus der Summe der Defizite, die nach einem Punktesystem bewertet werden, ergibt sich der Pflegegrad für den Antragsteller, wenn Sie Pflege beantragen.

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