­
Pflegestufe beantragen2018-05-26T10:05:36+00:00

Jeder Versicherungsnehmer einer Pflegeversicherung kann in Deutschland eine Pflegestufe beantragen. Wie es geht und was Sie dabei beachten müssen, erfahren Sie hier.

Ein hohes Lebensalter, eine körperliche oder geistige Behinderung sowie Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit können es erforderlich machen, dass mehrmals am Tag ein Angehöriger oder ein Mitarbeiter eines Pflegedienstes bei der Bewältigung alltäglicher Verrichtungen hilft. Auf Unterstützung anderer Personen angewiesen zu sein bezeichnet man als Pflegebedürftigkeit – der Begriff ist im Sozialgesetzbuch festgelegt und gibt Auskunft darüber, unter welchen Umständen eine Person als pflegebedürftig eingestuft werden kann.

Um eine Pflegestufe und somit Leistungen der Pflegeversicherung zu erhalten, müssen Pflegebedürftige jedoch zunächst einen Antrag bei ihrer Versicherung stellen. Nur mit einem solchen Antrag überprüft die Pflegeversicherung den individuellen Pflegebedarf und teilt eine pflegebedürftige Person in eine Pflegestufe ein. Wenn Sie sich über Pflegestufen, die Antragstellung und die Leistungen informieren, müssen Sie jedoch beachten, dass die Pflegestufen zum Jahresbeginn 2017 auf ein neues System von Pflegegraden umgestellt wurden.

 
Erfolgreich einen Pflegegrad beantragen
 

Allgemeine Informationen zur Beantragung einer Pflegestufe

Wenn man von Pflegestufen und Leistungen der Pflegeversicherung spricht, ist in der Regel die ambulante Pflege gemeint, die zuhause erfolgen kann. Ein Pflegedienst oder ein pflegender Angehöriger können den Pflegebedürftigen mehrmals am Tag unterstützen. Auf diese Weise können Pflegebedürftige ihren Alltag weitgehend selbst bestimmen und trotz eines gewissen Pflegebedarfs weiterhin zuhause leben. Erkennt die Pflegeversicherung einen Antrag auf Pflegebedürftigkeit an und erteilt eine Pflegestufe, können die Leistungen eingesetzt werden, um einen pflegenden Angehörigen zu entlasten oder einen Pflegedienst zu beauftragen.

Der Antrag auf eine Pflegestufe kann formlos gestellt werden: Es ist lediglich ein schriftliches Dokument nötig, in dem die Einstufung in eine Pflegestufe erbeten wird. Grundsätzlich könnte ein solcher Antrag sogar mündlich oder telefonisch erfolgen, wir empfehlen Ihnen allerdings die schriftliche Form, um später im Zweifel nachweisen zu können, dass Sie den Antrag an einem bestimmten Datum eingereicht haben.

Als pflegender Angehöriger können Sie den Antrag nur dann stellen, wenn Sie gegenüber Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen vertretungsberechtigt oder als sein Vormund eingesetzt sind. Ist der Pflegebedürftige noch in der Lage, den Antrag selbst zu stellen bzw. diesen zu unterzeichnen, ist er verpflichtet, den Antrag selbst einzureichen. Wenn Sie unsicher sind, welche Voraussetzungen Sie bei der Beantragung beachten müssen, können Sie von Ihrem gesetzlichen Anspruch auf eine Pflegeberatung Gebrauch machen.

Voraussetzungen für die Erteilung einer Pflegestufe – das müssen Sie wissen

Wenn Sie eine Pflegestufe beantragen bzw. dies für einen Angehörigen vorbereiten möchten, sollten Sie zunächst ermitteln, wonach der Pflegebedarf von der Pflegeversicherung bemessen wird. Mit Hilfe eines Pflegestufenrechners können Sie den ungefähren Bedarf an Unterstützung im Alltag errechnen und sich so einen ersten Überblick verschaffen. Diese Berechnung garantiert natürlich noch keine Leistungen einer bestimmten Pflegestufe, doch sie kann Ihnen dabei helfen, den Pflegebedarf realistisch einzuschätzen und sich auf die Bewertungskriterien der Pflegeversicherung vorzubereiten.

 
Erfolgreich einen Pflegegrad beantragen
 

Die Bewilligung einer Pflegestufe richtet sich ausschließlich nach dem Gesundheitszustand der pflegebedürftigen Person und damit nach dem täglichen Pflegeaufwand. Das Einkommen der betroffenen Person wird von der Pflegeversicherung nicht berücksichtigt. Wird eine Pflegestufe erteilt, können die Leistungen allerdings nicht rückwirkend beantragt werden. Ausschlaggebend für die Auszahlung von Pflegeleistungen ist das Datum des Antrags – rückwirkend zu diesem Zeitpunkt können die Leistungen in Anspruch genommen werden, darüber hinaus sind jedoch weder Pflegegeld noch Pflegesachleistungen vorgesehen. Dies ist auch einer der Gründe, warum sowohl die Beantragung als auch jede weitere Kommunikation mit der Pflegeversicherung schriftlich erfolgen sollte – nur so können Sie im Zweifelsfall belegen, dass Sie tatsächlich eine Pflegestufe beantragt haben.

Der Empfänger des Antrags muss die Pflegekasse sein, die für den Antragsteller zuständig ist. Diese ist in der Regel an die Krankenversicherung angeschlossen, bei der die pflegebedürftige Person krankenversichert ist. Die Krankenkasse ist daher im Hinblick auf Leistungen der Pflegeversicherung oftmals der erste Ansprechpartner und leitet z. B. den Antrag auf eine Pflegestufe an die entsprechende Stelle weiter.

Was passiert nach der Einreichung des Antrags?

In Ihrem Antrag auf eine Pflegestufe bitten Sie um die Zuteilung von Leistungen aus der Pflegeversicherung und fordern eine kurzfristige Begutachtung an. In der Regel dauert es etwa zwei Wochen bis zum Begutachtungstermin des MDK, den Sie schriftlich mitgeteilt bekommen. Die Zwischenzeit sollten Sie nutzen, um sich auf den Termin vorzubereiten – dazu gehört u. a. das Anfertigen eines Pflegetagebuchs sowie das Zusammenstellen wichtiger Dokumente (Arztbriefe, Operationsberichte; Diagnosen, etc.).
Eine gute Vorbereitung kann den Begutachtungstermin nachhaltig positiv beeinflussen. Je mehr Dokumente Sie dem Gutachter vorlegen können und je detaillierter Sie ein Pflegetagebuch geführt haben, desto individueller kann dieser die Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen beurteilen und auf der Grundlage der Anforderungen für eine Pflegestufe bewerten.

Kontakt

Sichern Sie sich kostenlos und unverbindlich 30 Minuten Beratung durch einen Experten:

Rufen Sie uns an

0211 – 97 17 77 26

Oder schreiben Sie