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Pflegestufe Kind2018-05-26T10:06:42+00:00

Auch Kinder können eine Pflegestufe erhalten und Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen. Bei der Beantragung der Pflegebedürftigkeit müssen jedoch einige Besonderheiten beachtet werden.

Der Begriff der Pflegebedürftigkeit richtet sich nicht nach dem Alter eines Versicherungsnehmers. Zwar wird ein Großteil der Menschen erst im Alter pflegebedürftig, wenn sie aufgrund von körperlichen Beeinträchtigungen oder einer Demenzerkrankung nicht mehr in der Lage sind, ihren Alltag eigenständig zu gestalten, doch auch jüngere Erwachsene und Kinder haben Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung, wenn sie aufgrund einer Behinderung, einer Erkrankung oder eines Unfalls pflegebedürftig werden. Bei körperlichen oder geistigen Behinderungen kann bereits ab der Geburt eine tägliche Pflege, die über die normale Versorgung eines Säuglings hinausgeht, nötig sein.

Bei der Bemessung des Pflegebedarfs für ein Kind werden jedoch andere Parameter angesetzt als bei der Ermittlung des Pflegebedarfs eines Erwachsenen. Je nachdem wie alt das Kind ist, besteht ein naturgegebener Versorgungsbedarf; dieser ist umso größer, je jünger das Kind ist. Soll eine Pflegestufe für ein Kind vergeben werden, muss daher der natürliche, altersbedingte Hilfebedarf von dem täglich notwendigen Pflegeaufwand abgezogen werden.

Besonderheiten bei der Einstufung von Kindern in eine Pflegestufe

Wenn Kinder pflegebedürftig sind, schaut die Pflegeversicherung sich einen Antrag auf eine Pflegestufe sehr genau an und überprüft in der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK), inwieweit die Versorgung des Kindes über den normalen, dem Alter entsprechenden Aufwand hinausgeht. Schließlich sind auch gesunde Säuglinge und Kleinkinder bis zu einem Alter von etwa 18 Monaten rund um die Uhr auf die Versorgung durch die Eltern angewiesen. Geht der Pflegeaufwand aber aufgrund einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung deutlich über den naturgegebenen Zeitaufwand hinaus, wird auch Kindern eine Pflegestufe zuerkannt.

Aus diesem Grund ist die Einschätzung, wie hoch der Grad der Pflegebedürftigkeit bei einem Kind tatsächlich ist, häufig nicht leicht zu treffen. Der natürliche Hilfebedarf, der sich bei Kindern nach dem Alter richtet, muss daher von dem tatsächlichen täglichen Pflegeaufwand abgezogen werden.

Wie erfolgt die Einstufung in eine Pflegestufe bei Kindern?

Um festzulegen, welche Pflegestufe einem Kind mit erhöhtem Pflegebedarf zuerkannt werden kann, wird im Grunde dasselbe Begutachtungsverfahren eingesetzt wie bei einem erwachsenen Pflegebedürftigen. Dabei ist ausschlaggebend für die Bewilligung einer Pflegestufe, wie stark der Pflegebedarf im Einzelfall über das normale Maß hinausgeht. Bei einem Erwachsenen wird das normale Maß gleich Null gesetzt, da sich ein gesunder Erwachsener vollständig selbst versorgen kann. Bei Kindern ist das jedoch anders: Auch ein gesundes, nicht behindertes oder langfristig erkranktes Kind ist im Alltag auf Hilfe durch die Eltern angewiesen, da es noch nicht alt genug ist, um sich selbst zu versorgen. Maßgebend für die Entscheidung der Pflegeversicherung, einem Antrag auf Pflegebedürftigkeit eines Kindes stattzugeben, ist deshalb das Ausmaß des Pflegebedarfs, der über die notwendige Versorgung eines gesunden, gleich alten Kindes hinausgeht.
Bei Erwachsenen erfolgt die Begutachtung zur Einordnung in eine Pflegestufe anhand der in der täglichen Pflege aufzuwendenden Minuten. Dasselbe Verfahren kommt auch bei Kindern zum Einsatz. Um dann aber die Unterscheidung zwischen dem normalen Versorgungsaufwand und dem speziellen Pflegeaufwand treffen zu können, wird der naturgegebene Pflegebedarf ebenfalls in Minuten aufgeführt. Die Zeit, die für die normale Versorgung des Kindes benötigt wird, kann dann vom tatsächlichen, gesamten Pflegeaufwand abgezogen werden, um die passende Pflegestufe zu ermitteln.

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Erfolgreich einen Pflegegrad beantragen
 

Viele Eltern eines behinderten oder erkrankten Kindes merken häufig zunächst gar nicht, dass der alltägliche Versorgungsaufwand den eines gesunden Kindes übersteigt – sie kennen es nicht anders und halten den Zustand für normal. Im Gespräch mit anderen Eltern kann sich jedoch herausstellen, dass diese Eltern deutlich mehr Zeit in die Versorgung ihres Kindes investieren müssen als es in einer Familie mit einem gesunden Kind der Fall ist.

Einen Antrag auf Pflegebedürftigkeit kann in Deutschland zunächst einmal jeder stellen, der krankenversichert ist. Ist das Kind noch jünger als 18 Jahre, müssen die Eltern den Antrag im Namen ihres Kindes stellen. Die Antragstellung erfolgt formlos und kann schriftlich an die Krankenkasse des Kindes geschickt werden – diese leitet ihn dann an die Pflegeversicherung weiter. Wenige Wochen später erfolgt in der Regel ein Hausbesuch durch einen Vertreter des MDK, um die Pflegebedürftigkeit des Kindes zu begutachten. Zur Vorbereitung auf diesen Termin sollten sämtliche Verrichtungen des Alltags, bei denen Unterstützung benötigt wird, in einem Pflegetagebuch notiert werden – insbesondere solche, die nicht in den Rahmen der allgemeinen Versorgung eines Kindes oder Kleinkindes fallen.

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