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Pflegestufe 22017-10-30T14:36:04+00:00

Pflegestufe 2 beschreibt den Grad einer schweren Pflegebedürftigkeit. Versicherte müssen mindestens drei Mal am Tag auf Hilfe angewiesen sein, um diese Pflegestufe zu erhalten.

Wenn Menschen alt oder krank werden, sind sie in vielen Fällen nicht mehr dazu in der Lage, sich tagtäglich selbstständig zu versorgen. Um sich selbst und Angehörige, die unter Umständen die Pflege übernehmen, zu entlasten, können Versicherungsnehmer bei ihrer Pflegeversicherung eine Pflegestufe beantragen. Seit 2017 vergeben die Kassen allerdings keine Stufen mehr, sondern folgen einem neuen System aus Pflegegraden, die in einem fünfstufigen System regeln, welche Leistungen die Versicherten monatlich bzw. jährlich in Anspruch nehmen können.

Pflegestufe 2 bildet die mittlere Stufe des bis Ende 2016 geltenden Systems ab und wurde Versicherten zugesprochen, die, bedingt durch eine schwere körperliche Beeinträchtigung, Erkrankung oder Behinderung mehrere Male am Tag auf fremde Hilfe angewiesen sind. Die Zuschüsse der Pflegeversicherung liegen dementsprechend höher als in der Pflegestufe 1, so dass auch für mehrere Einsätze am Tag ein professioneller Pflegedienst beauftragt werden kann.

Kriterien für den Erhalt der Pflegestufe 2

Laut Gesetz fallen Versicherungsnehmer dann unter die Voraussetzungen für den Erhalt der Pflegestufe 2, wenn sie zu mindestens drei verschiedenen Tageszeiten auf Unterstützung bei der Grundpflege angewiesen sind und zudem mehrmals in der Woche Hilfe bei hauswirtschaftlichen Verrichtungen benötigen. Ein pflegender Angehöriger oder ein Pflegedienst (oder eine Kombination aus beidem) muss im täglichen Durchschnitt mindestens 3 Stunden (180 Minuten) aufwenden, um dem Versicherungsnehmer die benötigte Unterstützung zukommen zu lassen. Davon müssen mindestens 120 Minuten auf die sogenannte Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) entfallen:

  • Körperpflege: Waschen, Duschen/Baden, Haarwäsche, Zahnpflege, Kämmen, Rasieren, Darm- und Blasenentleerung
  • Ernährung: Zubereitung und mundgerechte Bereitstellung bzw. Aufnahme der Nahrung
  • Mobilität: Aufstehen, Zubettgehen, An- und Auskleiden, Gehen, Stehen, Treppensteigen, Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung
  • Hauswirtschaftliche Versorgung: Einkaufen, Kochen, Reinigung der Wohnung, Spülen, Aufräumen, Wechseln der Bettwäsche, Waschen, Beheizen der Wohnräume

Im Pflegeversicherungsgesetz wird die Pflegestufe 2 als „schwere Pflegebedürftigkeit“ definiert. Sie wird einem Antragsteller dann zuerkannt, wenn der Versicherungsnehmer körperlich so schwer beeinträchtigt ist, dass er die zeitlichen Voraussetzungen für die tägliche Pflege erfüllt. Insgesamt muss er zu drei Tageszeiten, also z. B. morgens, mittags und abends durch eine Pflegekraft unterstützt werden.

Die Pflege muss durchschnittlich mindestens 180 Minuten pro Tag erfordern, wobei im Wochendurchschnitt sowohl Unterstützung bei der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) als auch bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten benötigt wird. Unter den Oberbegriff der hauswirtschaftlichen Versorgung fallen u. a. Hilfestellungen wie Einkaufen, Kochen oder das Reinigen der Wohnung.

Wer hat Anspruch auf Leistungen der Pflegestufe 2?

Wer bei sich selbst oder einem Angehörigen einen hohen Pflegebedarf in der alltäglichen Grundversorgung feststellt, kann bei der zuständigen Pflegekasse einen Antrag auf Pflegebedürftigkeit stellen. Anschließend erstellt der Medizinische Dienst der Krankenkassen ein Gutachten, indem ermittelt wird, wie oft der Versicherungsnehmer in seinem Alltag auf Hilfe angewiesen ist. Für Pflegestufe 2 bedeutet das im Einzelnen, dass im täglichen Durchschnitt mindestens 3 Stunden Hilfe benötigt werden, wovon mindestens 2 Stunden notwendig sind, um die Grundpflege zu gewährleisten.

Erfüllt das Gutachten die oben genannten Kriterien für die Pflegestufe 2, kann der Versicherte das entsprechende Pflegegeld bzw. die Sachleistungen, die diese Pflegestufe vorsieht, in Anspruch nehmen. Hat der Antragsteller darüber hinaus eine sogenannte „eingeschränkte Alltagskompetenz“ aufgrund einer Demenzerkrankung oder einer anderen kognitiven Beeinträchtigung, erhöhen sich die Leistungen der Pflegeversicherung.

Welche Leistungen umfasst die Pflegestufe 2?

Versicherungsnehmer, die von der Pflegeversicherung in Pflegestufe 2 eingestuft werden, erhalten ein monatliches Pflegegeld oder einen monatlichen Betrag für Pflegesachleistungen sowie weitere Zuschüsse, die z. B. für eine Verhinderungspflege, eine Kurzzeitpflege oder eine vollstationäre Pflege eingesetzt werden können. Das monatliche Pflegegeld beträgt demnach 458,00 Euro; für Pflegesachleistungen erhalten Pflegebedürftige monatlich 1.144,00 Euro.

Entscheidet sich der Antragsteller für das Pflegegeld, zahlt die Pflegeversicherung den Betrag monatlich zur freien Verfügung aus. Pflegesachleistungen dagegen, die für die Beauftragung eines Pflegedienstes vorgesehen sind, werden direkt mit dem jeweiligen Pflegedienst abgerechnet. Im Falle einer anerkannten Demenzerkrankung oder einer anderen kognitiven Einschränkung im Sinne einer „eingeschränkten Alltagskompetenz“ erhöhen sich das Pflegegeld auf 545,00 Euro und die Pflegesachleistungen auf 1.298,00 Euro.
Für die Verhinderungspflege sind in Pflegestufe 2 wie auch in den niedrigeren Pflegestufen 1.612,00 Euro jährlich vorgesehen; derselbe Betrag ist für die Kurzzeitpflege festgesetzt. Die Nutzung einer Tages- oder Nachtpflege wird mit 1.144,00 Euro im Monat bezuschusst. Zudem können monatlich 40,00 Euro für Pflegehilfsmittel geltend gemacht werden.
Darüber hinaus bezuschusst die Pflegeversicherung auch den behindertengerechten Umbau der Wohnung mit bis zu einmalig 4.000,00 Euro. Das Geld kann beispielsweise dazu eingesetzt werden, einen Treppenlift einzubauen oder Treppen und Absätze in Rampen umzubauen.

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