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Pflegestufe in Pflegegrad umrechnen2018-05-26T10:05:06+00:00

Seit dem 1. Januar 2017 gelten für pflegebedürftige Versicherungsnehmer fünf neue Pflegegrade. Wer bereits eine Pflegestufe hat, wird automatisch in den passenden Pflegegrad übergeleitet.

Als 2015 das Erste Pflegestärkungsgesetz (PSG I) in Kraft trat, stand die Umstellung der Pflegestufen auf Pflegegrade bereits auf der Agenda für die kommenden Jahre. Zum 1. Januar 2017 sind das Zweite und weitgehend auch das Dritte Pflegestärkungsgesetz (PSG II und PSG III) in Kraft getreten. Die Neudefinition der Pflegebedürftigkeit und die Umstellung auf Pflegegrade bilden den Kern der Veränderungen, die auch die Pflegebedürftigen betreffen.

Was die Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade konkret für Pflegebedürftige bedeutet und wie die einzelnen Pflegestufen in Pflegegrade umgerechnet werden, haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengefasst. Pflegebedürftige Personen, die bereits eine von der Pflegeversicherung anerkannte Pflegestufe besitzen, müssen keinen neuen Antrag stellen und werden auch nicht neu begutachtet; lediglich dann, wenn Sie mit dem Ihnen oder einem pflegebedürftigen Angehörigen zugeteilten Pflegegrad aufgrund einer Verschlechterung des Gesundheitszustands nicht zufrieden sind, sollten Sie einen Antrag auf Höherstufung stellen.

Fünf neue Pflegegrade ab 2017

Wo bis Ende 2016 drei Pflegestufen die Vergabe von Leistungen der Pflegeversicherung regelten, sind zum Jahresbeginn 2017 fünf neue Pflegegrade in Kraft getreten. Mit der Umstellung haben sich nicht nur die Bezeichnung und die Anzahl geändert, auch die Kriterien, nach denen Pflegeleistungen zuerkannt werden, haben eine Neuordnung erfahren.

 
Erfolgreich einen Pflegegrad beantragen
 

Während sich die alten Pflegestufen weitgehend auf körperliche Beeinträchtigungen und die damit zusammenhängenden Pflegeminuten beschränkten, richten sich die neuen Pflegegrade nach der konkreten Beeinträchtigung der Selbstständigkeit. Die Einstufung folgt dabei einem Punkteverfahren, das auf insgesamt sechs Kategorien alltäglicher Handlungen beruht.

Die wohl wichtigste Änderung ist, dass mit der Einführung der neuen Pflegegrade insgesamt mehr Menschen Pflegeleistungen erhalten werden. Insbesondere profitieren Versicherungsnehmer mit kognitiven oder psychischen Einschränkungen im Sinne einer „eingeschränkten Alltagskompetenz“ von der Einführung des PSG II. Vor allem Menschen mit einer Demenzerkrankung können nun deutlich mehr Ansprüche geltend machen und werden mit der Umstellung auf Pflegegrade mit anderen pflegebedürftigen Versicherungsnehmern gleichgestellt.

Übersicht über die neuen Pflegegrade

Die Gleichstellung aller Versicherungsnehmer, die eine Pflegebedürftigkeit aufweisen, ist eins der zentralen Ziele der Pflegereform. Mithilfe des Neuen Begutachtungsassessments (NBA) kann in insgesamt sechs Kategorien eine Anzahl von Punkten vergeben werden, die auf dem noch verbleibenden Grad der Selbstständigkeit beruht. Aus der Gesamtsumme errechnet sich der jeweils zutreffende Pflegegrad, wobei eine höhere Punktzahl einen höheren Grad der Pflegebedürftigkeit ausmacht.

Pflegegrad 1

(12,5 bis unter 27 Punkte): Der Pflegegrad 1 bildet eine neue Pflegestufe ab, die es bisher so nicht gab. Er kann nur bei Neuanträgen vergeben werden; Personen, die bereits eine Pflegestufe haben, erhalten nach der Umstellung mindestens Pflegegrad 2. Menschen mit einer geringen Beeinträchtigung der Selbstständigkeit werden dem Pflegegrad 1 zugeordnet.

Pflegegrad 2

(27 bis unter 47,5 Punkte): Pflegegrad 2 wird als „erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“ definiert

Pflegegrad 3

(47,4 bis unter 70 Punkte): Diesen Pflegegrad erhalten Pflegebedürftige mit einer „schweren Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“.

Pflegegrad 4

(70 bis unter 90 Punkte): Eine „schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“ gilt als Voraussetzung für Pflegegrad 4.

Pflegegrad 5

(90 bis 100 Punkte): Wenn über eine „schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“ hinaus auch besondere Anforderungen an die pflegerische Versorgung vorliegen, erhalten Pflegebedürftige den Pflegegrad 5 und damit die höchsten pflegerischen Leistungen, die die Pflegeversicherung vergibt.

So wird die Pflegestufe in den entsprechenden Pflegegrad umgerechnet

Versicherungsnehmer, die bereits vor Ende 2016 Leistungen aus der Pflegeversicherung bezogen haben und somit bereits eine Pflegestufe hatten, werden mit der Einführung der fünf neuen Pflegegrade automatisch in das neue System überführt. Ein sogenannter Bestandsschutz für pflegebedürftige Personen soll garantieren, dass im Zuge der Umstellung keinesfalls eine Verschlechterung stattfindet – vielmehr sollen alle pflegebedürftigen Versicherungsnehmer besser- oder zumindest gleichgestellt werden.

Die Umrechnung von Pflegestufen in Pflegegrade folgt dabei einem klaren System. Abhängig davon, ob ein Versicherungsnehmer aufgrund von körperlichen oder kognitiven Beeinträchtigungen pflegebedürftig ist, wird er mindestens eine und maximal zwei Stufen höher eingeordnet:

  • Pflegebedürftige mit einer ausschließlich körperlichen Erkrankung oder Behinderung werden eine Stufe höhergestellt.
  • Pflegebedürftige mit „eingeschränkter Alltagskompetenz“ (EA) aufgrund von z. B. Demenz oder einer psychischen Erkrankung werden zwei Stufen höhergestellt.

Ein Pflegebedürftiger, der z. B. aufgrund einer starken körperlichen Einschränkung auf tägliche Pflege und Unterstützung angewiesen ist, hat von der Pflegeversicherung eine Einordnung in Pflegestufe 2 erhalten. Liegen darüber hinaus keine kognitiven oder psychischen Einschränkungen vor, wird der Versicherungsnehmer einen Grad höher eingestuft und erhält ab Januar 2017 den Pflegegrad 3.

Einem Versicherungsnehmer, der ebenfalls aufgrund körperlicher Beeinträchtigungen auf tägliche Pflege angewiesen ist, darüber hinaus aber auch eine Demenzerkrankung aufweist, hat die Pflegeversicherung Pflegestufe 2 mit „eingeschränkter Alltagskompetenz“ (EA) zuerkannt. Basierend auf der kognitiven Beeinträchtigung, die zu den körperlichen Einschränkungen hinzukommt, erhält der Pflegebedürftige ab Januar 2017 Pflegegrad 4 und wird somit zwei Stufen höher eingeordnet.

Pflegestufe bis 2016 Pflegegrad ab 2017 Pflegegrad ab 2017 + EA
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