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Pflegestufe 12018-03-07T15:26:57+00:00

Menschen mit einer erheblichen Pflegebedürftigkeit erhielten bis Ende 2016 die Leistungen der Pflegestufe 1. Sie bilden den größten Anteil unter den Versicherten mit einer Pflegestufe.

Wer seinen Alltag nicht mehr alleine und eigenständig gestalten kann, gilt vor dem Gesetz als pflegebedürftig. Der Bedarf an Hilfe im Alltag kann aufgrund von körperlichen Erkrankungen, körperlichen oder geistigen Behinderungen sowie kognitiven Beeinträchtigungen wie z. B. Demenz oder Alzheimer notwendig werden. Nicht immer sind pflegebedürftige Menschen Personen mit einem hohen Alter; durch Unfälle oder Behinderungen können auch jüngere Menschen pflegebedürftig werden oder sind es von Geburt an.

Das Pflegeversicherungsgesetz legte bis Ende 2016 den Grad der Pflegebedürftigkeit anhand von drei Pflegestufen fest, die durch die Pflegestufe 0 ergänzt wurden. Die Pflegestufe 1 wird Versicherungsnehmern zugesprochen, die aufgrund erheblicher körperlicher Beeinträchtigungen einen erhöhten Pflegebedarf haben. Dieser Pflegebedarf kann in verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens benötigt werden und wird nach der Zeit bemessen, die täglich für die Pflege aufgewendet werden muss.

Kriterien für den Erhalt der Pflegestufe 1

Um eine Einordnung in die niedrigste der drei Pflegestufen zu erhalten, müssen täglich mindestens 90 Minuten notwendig sein, um die Pflege der pflegebedürftigen Person sicherzustellen. Weil einige Hilfestellungen nicht jeden Tag notwendig sind und der Zeitaufwand der Pflege von Tag zu Tag variieren kann, wird ein täglicher Durchschnitt ermittelt und der Einstufung zugrunde gelegt. Für die Ermittlung des Pflegebedarfs werden insgesamt vier Kategorien überprüft, die die sogenannte Grundpflege sowie die hauswirtschaftliche Versorgung des Versicherungsnehmers umfassen:

  • Körperpflege: Waschen, Duschen/Baden, Haarwäsche, Zahnpflege, Kämmen, Rasieren, Darm- und Blasenentleerung
  • Ernährung: Zubereitung und mundgerechte Bereitstellung bzw. Aufnahme der Nahrung
  • Mobilität: Aufstehen, Zubettgehen, An- und Auskleiden, Gehen, Stehen, Treppensteigen, Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung
  • Hauswirtschaftliche Versorgung: Einkaufen, Kochen, Reinigung der Wohnung, Spülen, Aufräumen, Wechseln der Bettwäsche, Waschen, Beheizen der Wohnräume

Die Pflegestufe 1 wird laut Pflegeversicherungsgesetz als „erhebliche Pflegebedürftigkeit“ definiert. Für den Erhalt der Pflegestufe ist daher ausschlaggebend, dass Hilfe und Unterstützung in den genannten Kategorien in erheblichem Maße notwendig sind. Konkret bedeutet das im Rahmen des Einstufungssystems, dass der Versicherungsnehmer in mindestens zwei Kategorien der Grundpflege eine tägliche Unterstützung benötigt. Auch in der hauswirtschaftlichen Versorgung muss er mehrmals in der Woche auf Hilfe angewiesen sein.
Der tägliche Zeitaufwand, der eine Einstufung in die erste Pflegestufe rechtfertigt, liegt bei durchschnittlich 90 Minuten, wobei mindestens 45 Minuten für Verrichtungen der Grundpflege, also Körperpflege, Ernährung oder Mobilität, aufgewendet werden müssen. Im Bereich der Grundpflege muss der Versicherte in mindestens zwei der drei Kategorien tägliche Unterstützung benötigen. Weitere Hilfestellungen können unregelmäßig erfolgen.

Wer hat Anspruch auf Leistungen der Pflegestufe 1?

Entspricht ein Versicherungsnehmer den im Pflegeversicherungsgesetz festgelegten Voraussetzungen für die Pflegestufe 1, gilt er als „erheblich pflegebedürftig“ und erhält ab dem Zeitpunkt seiner Antragstellung die Leistungen der Pflegeversicherung, die dieser Pflegestufe zugeordnet werden. Grundlage für die Einstufung in die erste Pflegestufe können körperliche Erkrankungen oder Behinderungen sein, die es notwendig machen, den Versicherungsnehmer bei der Grundpflege sowie in der hauswirtschaftlichen Versorgung zu unterstützen.
Ob der Antragsteller die Kriterien, die für die Pflegestufe 1 vorausgesetzt werden, erfüllt, wird durch eine Begutachtung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) ermittelt. Der Pflegebedürftige wird im Rahmen eines Gutachterbesuchs in seinem Alltag begutachtet und aufgrund seiner allgemeinen körperlichen Verfassung sowie der durch einen pflegenden Angehörigen oder einen Pflegedienst nachgewiesenen täglichen Pflegemaßnahmen in die auf ihn zutreffende Pflegestufe eingeordnet.

Welche Leistungen umfasst die Pflegestufe 1?

In den Leistungen der Pflegestufe 1 sind ein Pflegegeld oder Pflegesachleistungen sowie weitere Zuschüsse und Fördergelder enthalten. Das monatliche Pflegegeld für pflegebedürftige Versicherungsnehmer der Pflegestufe 1 beträgt 244,00 Euro. Im Rahmen der Pflegesachleistungen können 468,00 Euro für die Beauftragung eines Pflegedienstes eingesetzt werden.
Während das Pflegegeld in der Regel für die Entlastung eines Angehörigen, der die Pflege übernimmt, bestimmt ist, versteht man unter Pflegesachleistungen den Einsatz eines professionellen Pflegedienstes, der beispielsweise morgens und abends oder morgens und mittags für die Pflege zuständig ist, während sich am Abend ein Angehöriger um den Versicherten kümmert. Ist der Versicherungsnehmer nicht nur aufgrund körperlicher Beeinträchtigungen pflegebedürftig, sondern weist zudem eine „eingeschränkte Alltagskompetenz“ im Sinne einer Demenz oder einer anderen kognitiven Erkrankung auf, erhöht sich das Pflegegeld auf monatlich 316,00 Euro; die Pflegesachleistungen auf 689,00 Euro.

Darüber hinaus können Zuschüsse in Höhe von monatlich 40,00 Euro für Pflegehilfsmittel beantragt werden. Der jährliche Satz für eine Verhinderungspflege sowie eine Kurzzeitpflege beträgt 1.612,00 Euro. Soll der Versicherungsnehmer nicht zu Hause, sondern in einer vollstationären Pflegeeinrichtung untergebracht werden, stehen ihm monatlich 1.064,00 Euro zu.
Auch der Umbau des Wohnraums zu einer barrierefreien Wohnung kann durch den Staat bezuschusst werden. Jedem Anspruchberechtigten stehen bis zu 4.000,00 Euro zu, um z. B. Treppen in rollstuhlgerechte Rampen umzubauen oder einen Treppenlift zu installieren, der im Alltag eine große Entlastung darstellen kann.

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