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Pflegehilfe2018-03-07T15:27:32+00:00

Viele Pflegebedürftige wünschen sich eine osteuropäische Pflegehilfe: anspruchslos, preiswert und rund um die Uhr verfügbar. Die Beschäftigung solcher Arbeitskräfte ist zwar mittlerweile legal, und es gibt viele Agenturen, die sie vermitteln.

Doch nicht alle halten sich an die gesetzlichen Vorschriften, die in diesem Punkt sehr rigide sind. Deshalb ist bei der Einstellung von ausländischen Pflegekräften Vorsicht geboten.

Ausländische Pflegehilfskräfte

Viele Angehörige von Pflegebedürftigen, die wenig Zeit und noch weniger Lust haben, sich eine anstrengende Pflege aufzubürden, spielen mit dem Gedanken an die Einstellung einer ausländischen Pflegekraft. Sie stellen sich eine anspruchslose Polin oder Rumänin vom Lande vor, die bei der dementen Großmutter einwohnt, sie für geringen Monatslohn 24 Stunden am Tag betreut und dabei sogar noch froh ist, eine Arbeit in Deutschland gefunden zu haben. Während eine deutsche Pflegehilfe für Normalverdiener kaum zu bezahlen ist, verlangen Pflegekräfte aus Osteuropa nur einen Bruchteil der landesüblichen Preise und arbeiten zu Konditionen, die Einheimische nur selten hinnehmen. Lange standen solche Beschäftigungsverhältnisse im Ruch des Fragwürdigen und Illegalen. Jetzt sind sie offiziell erlaubt, und das Wohlstandsgefälle zwischen Deutschland und den osteuropäischen Ländern macht sie in der Tat für Deutsche attraktiv. Aber ganz so einfach, wie sich mancher das vorstellt, sind sie denn doch nicht zu bewerkstelligen. Die Einstellung einer ausländischen Hilfe für einen deutschen Pflegebedürftigen ist nach wie vor ein weites, problematisches Feld.

Verschiedene Wege zur Einstellung von Pflegehilfen

Bereits im Vorfeld sind viele organisatorische und bürokratische Hürden zu überwinden. Vor allem muss der Status der ausländischen Hilfskraft für die Behörden klar definiert sein, denn der Verdacht von Schwarzarbeit oder Scheinselbstständigkeit liegt noch immer nahe. Drei Möglichkeiten kommen in Betracht, wenn man eine ausländische Hilfskraft im eigenen Haushalt anstellen will:

  1. Die ausländische Hilfskraft tritt als Selbstständige auf und wird als solche von dem deutschen Pflegebedürftigen oder von dessen Familie engagiert. In diesem Fall darf sie aber weder einwohnen noch ausschließlich für die Betreuung eines einzigen Klienten da sein, da sonst der Tatbestand der Scheinselbstständigkeit erfüllt wird.
  2. Der Pflegebedürftige bzw. dessen Angehörige treten als Arbeitgeber auf und stellen die ausländische Pflegekraft direkt an. Das kann über das Arbeitsamt geregelt werden, ist jedoch mit einem gewaltigen bürokratischen Aufwand verbunden, zumal daran auch steuerliche Anmeldungen und Zahlungen hängen.
  3. Die ausländische Pflegekraft wird über eine Agentur engagiert. Dieser Weg ist der bequemste, aber zugleich auch der teuerste: Die Agenturen nehmen ihren Kunden zwar eine Menge Laufereien ab, aber dafür wollen sie natürlich bezahlt sein.

 
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Vorsicht bei der Wahl einer Vermittlungsagentur

Agenturen, die osteuropäische Pflegekräfte nach Deutschland vermitteln, sind mit dem Pflegeboom wie Pilze aus dem Boden geschossen. Sie profitieren einerseits von dem wachsenden Pflegebedarf der immer älter werdenden deutschen Bevölkerung und andererseits von den schlechten Arbeitsmarktchancen in den osteuropäischen Ländern. Doch nicht alle diese Agenturen sind seriös, und nicht alle halten sich strikt an die deutschen Bestimmungen. Deshalb sollte man genauestens prüfen, wem man die Vermittlung einer Pflegehilfe anvertraut. Wichtig ist auch die Vorlage der notwendigen Papiere, besonders der sogenannten „A1-Bescheinigung“ über die im Heimatland geleisteten Sozialversicherungsbeiträge. Die Agentur mit den günstigsten Preisen muss nicht unbedingt die beste sein – im Gegenteil, günstige Preise gehen meist zu Lasten der vermittelten Pflegekräfte, die von den Agenturen oftmals schlecht informiert und übervorteilt werden.

Im Übrigen hat es jeder selbst in der Hand, die Arbeits- und Lebensbedingungen der von ihm engagierten Pflegekräfte menschenwürdig zu gestalten. Hier ist soziales Verantwortungsgefühl gefragt. Zwar werben die Agenturen mit der Vermittlung einer 24-Stunden-Pflege, doch das darf nicht heißen, dass die Pflegekräfte tatsächlich rund um die Uhr beschäftigt werden. Sie können einen freien Tag pro Woche beanspruchen, und die Gewährung von Ruhe- und Heimfahrtszeiten sollte genauso selbstverständlich sein wie eine angemessene, der jeweils vorhandenen Qualifikation entsprechende Bezahlung. Diese Menschen sind durch soziale Not gezwungen, harte Arbeit zu verrichten, in einem fremden Land, getrennt von ihren Familien. Sie fair und respektvoll zu behandeln, ist das Mindeste, was man tun kann.

Wenig Zuzahlung von der Pflegekasse

Ausländische Pflegekräfte werden in der Regel für einen Zeitraum von drei Monaten engagiert, der aber auch verlängert werden kann. Neben dem Pflegelohn, der zurzeit (Stand 2018) bei Einschaltung einer Vermittlungsagentur zwischen 1.500 und 3.000 Euro pro Monat schwankt, haben sie auch Anspruch auf Kost und Logis. Ihnen muss in der Wohnung des Pflegebedürftigen ein eigenes Zimmer zur Verfügung stehen. Die Pflegekasse übernimmt zwar, je nach Pflegegrad, einen Teil der für die ausländischen Pflegekräfte anfallenden Kosten, aber dieser Teil ist vergleichsweise gering – ein ambulanter Pflegedienst wird besser bezuschusst. Allerdings ist es möglich, gelegentliche Abwesenheiten der ausländischen Pflegekräfte durch Verhinderungs- oder Tagespflege zu überbrücken und sich die Kosten erstatten zu lassen.

Zu beachten ist, welche Tätigkeiten die ausländischen Pflegekräfte jeweils verrichten können und dürfen. Selten sind es ausgebildete Pflegerinnen, die von den Agenturen vermittelt werden. Sie dürfen daher keine Behandlungspflege leisten, sondern müssen ihre Tätigkeit auf Haushalt und Körperpflege beschränken. Auch in diesem Punkt wird die Einhaltung der Bestimmungen streng kontrolliert.

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