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Pflegestufenrechner2017-10-30T15:24:12+00:00

Wer unsicher ist, ob er Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung hat, kann sich mit einem Pflegestufenrechner orientieren. Die Berechnung erfolgt allerdings ohne Gewähr.

Die Aufgabe der Pflegeversicherung besteht darin, pflegebedürftige Versicherungsnehmer finanziell zu unterstützen. Mit Hilfe von Pflegegeld, Pflegesachleistungen sowie unterschiedlich abgestuften Zusatzleistungen erhalten Menschen mit einer körperlich oder geistig bedingten Pflegebedürftigkeit die Möglichkeit, ihren Alltag weitgehend eigenständig zu gestalten und beispielsweise weiterhin in der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus zu leben.

Grundsätzlich hat jeder Versicherungsnehmer, der bei einer deutschen Krankenkasse versichert ist, das Recht, einen Antrag auf einen Pflegegrad zu stellen. Wie die Krankenversicherung ist auch die Pflegeversicherung in Deutschland gesetzlich verpflichtend – während gesetzlich Krankenversicherte über ihre Krankenkasse in die Pflegeversicherung einzahlen, müssen privat Versicherte ein privates Pflegeversicherungsunternehmen mit dem Versicherungsschutz beauftragen. Obwohl der Antrag bei der Pflegeversicherung kostenlos ist, sind viele Versicherungsnehmer aber unsicher, ob es sich der Aufwand, einen Antrag auf Pflegebedürftigkeit zu stellen, lohnt.

Was ist ein Pflegestufenrechner?

Um zu ermitteln, ob eine pflegebedürftige Person Anspruch auf einen Pflegegrad hat, und wenn das der Fall ist, in welchen Pflegegrad er eingestuft wird, muss die Pflegeversicherung ein Gutachten in Auftrag geben. Dieses wird durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) erstellt und erfordert einen Besuch bei dem Antragsteller – hier hat der Gutachter die Möglichkeit, den Pflegebedürftigen in seinem gewohnten Umfeld zu erleben und anhand von insgesamt sechs Kategorien zu überprüfen, wie hoch sein Bedarf an Pflege und Unterstützung im Alltag tatsächlich ist.

Bevor ein Antrag bei der Pflegeversicherung gestellt wird, haben pflegebedürftige Personen oder deren Angehörige, die sich um einen Pflegebedürftigen kümmern, die Möglichkeit, schon im Vorfeld eine grobe Einschätzung vorzunehmen, welche Leistungen unter Umständen in Anspruch genommen werden können. Online stehen sogenannte Pflegestufenrechner zur Verfügung, die den individuellen Pflegebedarf grob abschätzen. Mit dieser Berechnung kann eine erste Orientierung erfolgen, welcher Pflegegrad wahrscheinlich für einen pflegebedürftigen Versicherungsnehmer in Frage kommt. Die Berechnung erfolgt allerdings ohne Gewähr: Ein Pflegestufenrechner aus dem Internet wird von der Pflegeversicherung keinesfalls anerkannt; es ist ausschließlich das Gutachten des MDK, das die Erteilung eines Pflegegrads rechtfertigt.

Welche Fragen und Pflegeleistungen deckt ein Pflegestufenrechner ab?

Im Internet gibt es eine Vielzahl von Pflegestufenrechnern. Sie alle sind nach einem ähnlichen Prinzip aufgebaut und beinhalten einen allgemeinen Fragenkatalog, der die wichtigsten Parameter abfragt, die für die Erteilung eines Pflegegrads notwendig sind. Kleinere Unterschiede gibt es trotzdem – einige Pflegestufenrechner sind ausführlicher als andere, so dass Sie eventuell mehrere ausprobieren müssen, um ein veritables Ergebnis zu erhalten.

Zu den zentralen Fragen, die jeder Pflegestufenrechner abdecken sollte, gehören allgemeine Fragen zum Pflegebedarf. Darüber hinaus sollten Fragen zu speziellen Verrichtungen, die täglich oder wöchentlich durchgeführt werden, behandelt werden – diese folgen in der Regel den Kategorien der Gutachtenerstellung, jedoch gilt es zwischen einem Pflegestufenrechner und einem neuen Pflegegradrechner zu unterscheiden:

Bei der Nutzung eines Pflegestufenrechners sollten Sie darauf achten, ob der Rechner noch auf die alten Pflegestufen ausgerichtet ist oder bereits eine Berechnung der fünf neuen Pflegegrade vornimmt. Während bis Ende 2016 noch vier verschiedene Pflegestufen galten, sind es seit 1. Januar 2017 sogenannte Pflegegrade, die die Erteilung von Leistungen aus der Pflegeversicherung regeln.

Ein Pflegestufenrechner stellt Fragen nach dem täglich benötigten Pflegeaufwand. Darunter fallen Angaben zur Häufigkeit von Pflegehandlungen sowie der Zeit, die für diese Pflegehandlungen benötigt wird.

Ein neuer Pflegegradrechner enthält Fragen, die dem neuen Katalog des Begutachtungsassessments entsprechen, nach dem auch der MDK bei der Erstellung eines Gutachtens vorgeht. Hier stehen weniger die Minuten, die für die Pflege veranschlagt werden, im Fokus, als vielmehr der Grad der Selbstständigkeit bzw. das Vorhandensein bestimmter Fähigkeiten. Folgende Bereiche des täglichen Lebens werden in einem Pflegegradrechner abgefragt:

  • Mobilität
  • kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • Selbstversorgung
  • Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte
  • außerhäusliche Aktivitäten
  • Haushaltsführung

Worin unterscheiden sich Pflegestufenrechner von einem Pflegegradrechner?

Ein Pflegestufen- bzw. Pflegegradrechner verfolgt das Ziel, einem pflegebedürftigen Versicherungsnehmer eine grobe Einschätzung zu geben, welche Pflegestufe bzw. welchen Pflegegrad er von der Pflegeversicherung zu erwarten hat, wenn er einen Antrag auf Pflegebedürftigkeit stellt. Auch als Angehöriger, der sich um einen pflegebedürftigen Partner oder Elternteil kümmert, können Sie einen Pflegestufen- bzw. Pflegegradrechner nutzen, um sich zu orientieren. Oftmals kommt einem pflegenden Angehörigen der tägliche Aufwand höher oder niedriger vor als er eigentlich ist, so dass eine Berechnung der zu erwartenden Pflegestufe ein wichtiger Indikator sein kann, im Anschluss tatsächlich einen Antrag bei der Pflegeversicherung zu stellen.
Wichtig dabei ist zu unterscheiden, dass für Pflegestufen und die neuen Pflegegrade verschiedene Voraussetzungen gelten. Während für eine Pflegestufe in erster Linie der tägliche Zeitaufwand ausschlaggebend war, richtet sich die Vergabe eines Pflegegrads nach dem Grad der Selbstständigkeit sowie dem Vorhandensein bestimmter Fähigkeiten, die eine pflegebedürftige Person aufweist.

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